Dienstag, 7. September 2010

Reise und 1. Tag

Hallo liebe Leser,

nach langer Ankuendigung, hier letztendlich mein Blog, erstmals verfasst in einem Internetcafe in Mumbai. Fotos folgen, sobald ich irgendwann einen Ort mit einer halbwegs stabilen Verbindung finde.

Nachdem ich vorgestern aus London abgereist bin (vorher noch 3h Power-Sightseeing) und 9h im Flugzeug damit rumgebracht habe, Woody-Allen-Filme zu gucken (konnte zwar nicht schlafen, hab dafuer aber einen phaenomenalen Sonnenaufgang erlebt), kam ich dann irgendwann in Mumbai an. Erste Amtshandlung: sich von einem Taxifahrer-Betrueger-Ring verarschen lassen. Zum vierfachen Preis gings dann durch die Stadt in Richtung Hotel. Und was fuer eine Stadt: Mumbai ist riesig, laut und einfach nur sehr sehr dreckig. Der Teil, in dem ich jetzt bin, ist annehmbar und genuegt auch westlichen Standards (Toiletten mal abgesehen), aber der Norden der Stadt besteht nur aus Slums, und schon das Vorbeifahren laesst einem einen Schauer ueber den Ruecken laufen. Insgesamt finde ich es aber bisher erstaunlich unspektakulaer, fast alle Sehenswuerdigkeiten wurden von den Englaendern waehrend der Kolonialzeit errichtet, und man fuehlt sich stark an London erinnert. Werde jetzt, um dem ganzen zu entrinnen, mal zu einer hinduistischen Tempelinsel fahren. Ich denke jedoch, dass Mumbai die verwestlichste Stadt Indien ist und dass ich in anderen Staedten mehr Glueck habe.

Drei Dinge machen das Ganze trotzdem zu einem Abenteuer: Das Verhandeln, das Wetter und der Verkehr. Einkaufen gehen ist ein Graus: man wird zu jedem Stand gewunken, auch wenn er die selben Klamotten verkauft wie seine beiden Vorgaenger, an denen man mit Muehe vorbei kam. Und auch wenn ich mich inzwischen beim Feilschen ein wenig besser anstelle (habe gestern den ganzen Tag geuebt), braucht man doch sehr lange bevor man die Tricks raus hat. Zum Glueck st es aber so oder so meist um Laengen billiger als in Europa.
Dann der Monsun: Monsun heisst es ist immer bedeckt (ich komm mir vor als waere ich immernoch in London), die Luftfeuchtigkeit ist enorm, und ab und zu  gibt es ganz ploetzlich einen Regenguss von unvorstellbaren Ausmassen. Hab mir gestern die Dusche gespart und mich 5min vollregnen lassen, die Wasserqualitaet ist die selbe (auch wenn mein Hotel selbst nach europaeischen Massstaeben gut ist!). Die Regenzeit fuehrt auch dazu, dass keinerlei Touristen hier sind: ausser in meinem kleinen Hotel habe ich noch kaum jemanden aus Europa gesehen
Am aufregendsten ist allerdings der Strassenverkehr: Schon auf dem Weg vom Flughafen war mir nicht klar, wie der Taxifahrer es geschafft hat niemanden zu rammen, und wenn man dann aktiv als Fussgaenger teilnimmt, wird es noch verwirrender. Auch wenn die Stadt weniger voll scheint als die Einwohnerzahl es vermuten laesst (16mio.), sind doch Hunderttausende von Autos gleichzeitig unterwegs (auf der falschen Strassenseite), dazu Rikschas, Kuehe, Kinder , Lastentraeger und sehr sehr viele Fussgaenger, die keinerlei Ruecksicht auf die Autos nehmen, die keinerlei Ruecksicht auf die Fussgaenger nehmen. Insgesamt ein heilloses Chaos, in dem nur eine Methode funktioniert: sobald ein Inder loslaeuft, lauf einfach direkt neben ihm, er wird auf keinen Fall ueberfahren. Inder erscheinen auf den ersten Moment lebensmuede, in vielen Dingen die sie tun, aber ich habe das Gefuehl, dass es kein Volk mit einem besseren Ueberlebensinstinkt gibt.

So viel zu meinen ersten Eindruecken von dieser doch sehr widerspruechlichen Stadt. Ich hoffe beim naechsten Mal auch ein paar Fotos praesentieren zu koennen! Weiter gehts mit Sightseeing!

Euer Alex

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen