Freitag, 10. September 2010

Neues aus Mumbai

Hallo ihr Daheimgebliebenen,

nachdem ich es die letzten Tage nicht geschafft habe zu schreiben, weil das Internet in dem Cafe meines Vertrauens zu langsam war, hab ich jetzt durch den Tipp anderer Touristen ein besseres Internetcafe gefunden, so dass ich ganz ausfuehrlich ueber die letzten Tage berichten kann.

Zunaechst kann ich mit stolz behaupten herausgefunden zu haben, wie das Verkehrssystem in Indien funktioniert: Die Inder muessen im Laufe der Jahrhunderte sowas wie Echolot entwickelt haben. Wie Fledermaeuse. Bevor man in eine Strasse reinfaehrt, oder die Spur wechselt, oder bei Rot ueber eine Ampel faehrt, hupt man. Wenn kein Hupen zurueck kommt, faehrt man einfach ungebremst weiter. Funktioniert scheinbar ganz gut. Noch abenteuerlicher als der Autoverkehr scheinen allerdings die Zuege zu sein: Die innerstaedtische Bahn hat keine Tueren, was die Einheimischen gnadenlos dazu nutzen, sich aus der Tuer zu haengen. Aufs Dach darf man nicht mehr, aber ich glaube zu Stosszeiten wird auch das noch gemacht.

Nachdem ich meinen letzten Eintrage geschrieben habe, war ich auf einer Insel ausserhalb Mumbais, Elephanta Island (leider keine echten Elefanten da...), wo es ein paar Hoehlentempel gibt. Leider hat es die ganze Zeit geregnet, was in den Hoehlen nicht so schlimm war, aber ich bin dann noch ein wenig geklettert um die Insel zu erkunden, da war es dann doch, trotz gemietetem Regenschirm, ein wenig ungemuetlich. Ausserdem beherbegt die Insel ein Kolonie von Makaken, die die Einheimischen versuchen zu vertreiben, aber ich hatte endlich mal die Chance echte Affen zu sehen.


Bahnhof von Mumbai

 

Gestern bin ich dann durch die Stadt gewandert, vorbei an Tempeln (war gestern in den Gotteshaeusern von 4 Religionen, macht mich das heilig?), Hochhaeusern (angeblich die hoechste Miete der Welt), Slums (es riecht garnicht so schlimm, aber dreckig ist es trotzdem)... Die Stadt ist wirklich enorm vielfaeltig, vor allem weil alles ganz bunt durcheinander gewuerfelt ist: so haben die meisten Wolkenkratzer eigentlich nur einen perfekten Blick auf die Armenviertel, nicht aufs Meer. Allerdings bin ich nicht bis zu den wirklich schlimmen Slums vorgedrungen, und werde das auch nicht machen, ist mir zu gefaehrlich.

Slums mit Meerblick...
Gateway of India und
Taj Mahal Palace (Hotel)












Heute scheint endlich zum ersten Mal die Sonne! Bin also wieder rumgelaufen, hab alles nochmal im Sonnenschein fotografiert (bei den meisten der Kolonialzeitbauten ist Sonne auch wirklich noetig, damit sie schoen aussehen),und bin jetzt dabei meine weitere Reise zu planen. Da der Plan, den ich zu Hause gemacht habe, mich nur fuer 2 Wochen beschaeftigen wuerde, aber nicht fuer die 5 die ich hier bin, wird meine Tour mich in der naechsten Woche ueber verschiedene Pilgerstaedte in die Thar-Wueste fuehren (Kamel-Trip geplant), und von da aus werd ich mich in Richtung Himalaya begeben, mal sehen wie weit ich komme und das Wetter mitspielt. Fahrten zu planen ist schon ein kleines Meisterstueck hier, hab mir aber Tipps geholt und bin ganz zuversichtlich das alles klappen wird. Ich verlasse Mumbai morgen und fahren weiter nach Aurangabad, weiter im Zentrum des Landes, mal sehen was das fuer mich bereit haelt.

Bis zum naechsten Eintrag
Euer Alex

Mumbai von oben bei schlechtem Wetter

Die groesste und aelteste Waschmaschine der Welt: Tausende
Waescher waschen und klopfen die Waesche der ganzen Stadt

1 Kommentar:

  1. Endlich Affen nicht mehr im Zoo :) Ich hoffe, sie haben wenigstens gelacht?

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