Hey hey hey,
meine Eintraege nehmen wieder an Frequenz zu, man merkt: es passiert wieder mehr. Ehrlich gesagt bin ich schon fusslahm vom ganzen umherlaufen und Sachen sehen. Aber die Motivation steht!
Erster Stopp in den USA ist erreicht und fast schon wieder vorbei: Ich habe endlich den Sprung nach Hollywood geschafft! Willkommen in Los Angeles, der Hauptstadt der Popkultur!
Bevor ich herkam haben mich alle gewarnt: Bleib nicht zu langen in LA, es ist nicht schoen, es ist nicht viel zu sehen, San Francisco ist viel besser. Nun, ich weiss noch nicht ob der letzte Punkt stimmt, aber ich kann sagen: Ich mag Los Angeles! Und trotz vier Tagen hier koennte ich gut noch eine Woche bleiben und neue Dinge erkunden. Los Angeles mit Umland ist offiziell der drittgroesste Ballungsraum der Welt (nach Tokyo und New York, obwohl ich ziemlich sicher bin dass inoffiziell einige Staedte in Indien und China groesser sind, nur das nie jemand zaehlt). Allerdings ist LA mit Abstand die weitlaeufigste Stadt, in der ich je war: Man faehrt und faehrt und faehrt (laufen ist nicht drin), und nach einer Stunde ist man immer noch auf der selben Strasse, bei Hausnummer 13000. Ein wenig irre. Macht Sightseeing ziemlich zeitraubend und schreckt wahrscheinlich viele ab. Nicht so mich, also auf in die Oeffentlichen und losgezogen. Das schoene an LA ist, dass man saemtliche Orte irgendwie schon kennt: Venice Beach, Beverly Hills, Bel Air, Hollywood, Sunset Boulevard, Santa Monica... Alles Namen ohne Gesichter, und es ist interessant hin zu kommen und es alles live zu sehen.
Erstmal Kamera gekauft (meine ist auf Fiji abgesoffen, die neue ist wasserdicht) und ab ging die Post, zum Strand. Venice Beach, der stereotype californische Strand, Palmen, Surfer, Basketballer und verdammt viele Strassenstaende. Und die neuste Leidenschaft der Kalifornier: Hier gibt es jetzt Mariuhana gegen Rezept, man brauch nur ein Empfehlung vom Arzt, dass man eine chronische Krankheit oder irgendwas hat, schon kann man legal kiffen. Weshalb an jeder Strassenecke junge Aerztinnen und Aerzte einen Stand haben und fuer 50$ Rezepte ausstellen... Aber ansonsten ist Venice interessant, einfach durch die bluehende Strassenkultur, Graffiti, und sehr viele Sportler. Es war der Ausgangspunkt der Skateboardkultur, und 2km weiter ist Santa Monica Beach, wo die ganze Bodybuilder Sache ihren Anfang nahm (darum ist Arnold Schwarzenegger hier ja so gross geworden).
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| Medizinisches Mariuhana und Botox am Strand... |
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| mehr als 10 zweikoepfige Tiere! Und ein Wolfsjunge! |
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| Santa Monica, Muscle Beach |
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| Meine neue Kamera hat Panorama Modus |
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| Sie sind einfach ueberall |




Nach dem Strand gings dann ins Zentrum von Santa Monica (einem Ortsteil von LA), recht reich, sehr schoen hergerichtet, mediterranes Flair wuerde man wohl sagen. Danach zur Universitaet von Los Angeles (sie haben viele, aber die UCLA ist bei Weitem die groesste). Ich mach quasi eine Uni-Tour durch Kalifornien, sie haben einige der besten der Welt. Der Campus war einfach riesig, sie haben einen eigenen Busservice, aber die Uni selber ist sehr schoen, roter Backstein, Eichhoernchen und Studenten rennen herum, auf jeden Fall eine der schoensten Unis die ich bisher gesehen habe. Danach ein erster kurzer Abstecher nach Hollywood, was jedoch eher enttaeuschend war (auch wenn ich Elton John von Weitem gesehen habe, war gerade irgendeine Filmpremiere). Hollywood Boulevard hat zwar den Walk of Fame, diese ganzen Sterne auf dem Fussboden mit den Namen beruehmter Leute, und das Chinesische Kino, wo alle grossen Filmpremieren stattfinden, aber sonst nicht viel Nennenswertes. Der Ruhm ist ein bisschen den Tattoo und Souvenierlaeden gewichen, und das Stadtviertel selber ist ein wenig trist, die meisten Filme werden inzwischen weiter ausserhalb produziert. Allerdings war ich heute noch einmal da, im Tageslicht, was den Eindruck ein wenig verbessert hat, einfach durch die Magie die der Ort fuer viele Leute noch hat, es herrscht Jahrmarktstimmung, Menschen in Kostuemen laufen herum und lassen sich fotografieren, irgendwie putzig. Viel beeindruckter war ich da schon von Beverly Hills: DER Reichenvorort der Welt, und wahrscheinlich Hauptabsatzmarkt fuer deutsche Autohersteller, denn fast jedes Haus hat mindest einen Mercedes, BMW oder Porsche vor der Tuer zu stehen, manchmal zwei oder mehr. Das kein Haus zum naechsten passt ist dadurch egal, dass alle an sich schon ziemlich protzig und beeindruckend sind.
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| Dinosaurierwasserspeier in Santa Monica |
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| Campus der UCLA |
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| Tempel der Mormonen... Gespenstisch, wa? |
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| Selbst Lassie hat nen Stern |
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| Chinese Theatre |
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| Und Darth Vader ist doch Afroamerikaner! |
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| Sind verdammt klein die Buchstaben |
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| Allee in Beverly Hills |
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| Standardhaus mit Standardauto in Beverly Hills |
Der dritte grosse Stadtteil, den ich erkundet habe, ist die Innenstadt (Downtown). Nach einer normalen 2h-Busfahrt reitet man zwischen Hochhaeusern und zerfallenen Industriebauten ein. Muss eigentlich garnicht viel erzaehlen, lade einfach Bilder hoch. Die Kontraste sind echt stark, aber ist sehr interessant (wenn auch sehr dreckig). Die Innenstadt ist sehr viel weniger wichtig als zum Beispiel in New York, zum Beispiel ist mir aufgefallen dass ich noch in keinem Film die Skyline von LA gesehen habe, einfach weil sie nicht so wichtig fuer das Stadtgefuehl ist. Darum war ich auch ueberrascht dass die Stadt komplett von teilweise fast 2000m hohen Bergen umgeben ist, die wahrscheinlich sehr schoen zu erkunden waeren, wenn man mehr Zeit haette.
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| Walt Disney Music Centre und Philharmonie |
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| Kathedrale |
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| Rathaus |
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| Historische Innenstadt |


Alles in allem hat mich Los Angeles sehr ueberrascht. Es aehnelt sehr stark Sydney, mit dem Strand, den reichen Vororten, dem hohen Lebensstandard. Allerdings hat LA etwas was Sydney nicht hat, und was mein Herz am meisten gewonnen hat: Es ist gnadenlos multikulturell. Ich hab mich auf einer der Busfahrten mit einer Afroamerikanerin unterhalten, und irgendwann ging uns auf dass ich der einzige Weisse im vollgestopften Bus war. Ausserdem ist die Stadt im Grunde zweisprachig, saemtliche Werbungen und Strassenschilder sind inzwischen in Spanisch, einfach aufgrund der Naehen zu Mexico und der Masse an Migranten. Dies fuehrt zum Einen zwar zu sehr starken sozialen Problemen, hilft aber den weissen Amerikanern mal zu bemerken, dass sie nicht mehr alleine sind. Ansonsten sind einige Dinge genau so wie man sie sich vorstellt (Fast Food ueberall, Flaggen an jedem Haus, und ich habe heute nach verzweifelter Suche meinen ersten Kleinwagen entdeckt!), aber alles in allem haben die USA mich sehr sympathisch empfangen!
Liebe Gruesse nach daheim! Morgen gehts nach Las Vegas!
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