Sonntag, 3. Juli 2011

Los Angeles

Hey hey hey,

meine Eintraege nehmen wieder an Frequenz zu, man merkt: es passiert wieder mehr. Ehrlich gesagt bin ich schon fusslahm vom ganzen umherlaufen und Sachen sehen. Aber die Motivation steht!

Erster Stopp in den USA ist erreicht  und fast schon wieder vorbei: Ich habe endlich den Sprung nach Hollywood geschafft! Willkommen in Los Angeles, der Hauptstadt der Popkultur!

Bevor ich herkam haben mich alle gewarnt: Bleib nicht zu langen in LA, es ist nicht schoen, es ist nicht viel zu sehen, San Francisco ist viel  besser. Nun, ich weiss noch nicht ob der letzte Punkt stimmt, aber ich kann sagen: Ich mag Los Angeles! Und trotz vier Tagen hier koennte ich gut noch eine Woche bleiben und neue Dinge erkunden. Los Angeles mit Umland ist offiziell der drittgroesste Ballungsraum der Welt (nach Tokyo und New York, obwohl ich ziemlich sicher bin dass inoffiziell einige Staedte in Indien und China groesser sind, nur das nie jemand zaehlt). Allerdings ist LA mit Abstand die weitlaeufigste Stadt, in der ich je war: Man faehrt und faehrt und faehrt (laufen ist nicht drin), und nach einer Stunde ist man immer noch auf der selben Strasse, bei Hausnummer 13000. Ein wenig irre. Macht Sightseeing ziemlich zeitraubend und schreckt wahrscheinlich viele ab. Nicht so mich, also auf in die Oeffentlichen und losgezogen. Das schoene an LA ist, dass man saemtliche Orte irgendwie schon kennt: Venice Beach, Beverly Hills, Bel Air, Hollywood, Sunset Boulevard, Santa Monica... Alles Namen ohne Gesichter, und es ist interessant hin zu kommen und es alles live zu sehen.

Erstmal Kamera gekauft (meine ist auf Fiji abgesoffen, die neue ist wasserdicht) und ab ging die Post, zum Strand. Venice Beach, der stereotype californische Strand, Palmen, Surfer, Basketballer und verdammt viele Strassenstaende. Und die neuste Leidenschaft der Kalifornier: Hier gibt es jetzt Mariuhana gegen Rezept, man brauch nur ein Empfehlung vom Arzt, dass man eine chronische Krankheit oder irgendwas hat, schon kann man legal kiffen. Weshalb an jeder Strassenecke junge Aerztinnen und Aerzte einen Stand haben und fuer 50$ Rezepte ausstellen... Aber ansonsten ist Venice interessant, einfach durch die bluehende Strassenkultur, Graffiti, und sehr viele Sportler. Es war der Ausgangspunkt der Skateboardkultur, und 2km weiter ist Santa Monica Beach, wo die ganze Bodybuilder Sache ihren Anfang nahm (darum ist Arnold Schwarzenegger hier ja so gross geworden).


Medizinisches Mariuhana und Botox am Strand...

mehr als 10 zweikoepfige Tiere! Und ein Wolfsjunge!


Santa Monica, Muscle Beach

Meine neue Kamera hat Panorama Modus


Sie sind einfach ueberall







Nach dem Strand gings dann ins Zentrum von Santa Monica (einem Ortsteil von LA), recht reich, sehr schoen hergerichtet, mediterranes Flair wuerde man wohl sagen. Danach zur Universitaet von Los Angeles (sie haben viele, aber die UCLA ist bei Weitem die groesste). Ich mach quasi eine Uni-Tour durch Kalifornien, sie haben einige der besten der Welt. Der Campus war einfach riesig, sie haben einen eigenen Busservice, aber die Uni selber ist sehr schoen, roter Backstein, Eichhoernchen und Studenten rennen herum, auf jeden Fall eine der schoensten Unis die ich bisher gesehen habe. Danach ein erster kurzer Abstecher nach Hollywood, was jedoch eher enttaeuschend war (auch wenn ich Elton John von Weitem gesehen habe, war gerade irgendeine Filmpremiere). Hollywood Boulevard hat zwar den Walk of Fame, diese ganzen Sterne auf dem Fussboden mit den Namen beruehmter Leute, und das Chinesische Kino, wo alle grossen Filmpremieren stattfinden, aber sonst nicht viel Nennenswertes. Der Ruhm ist ein bisschen den Tattoo und Souvenierlaeden gewichen, und das Stadtviertel selber ist ein wenig trist, die meisten Filme werden inzwischen weiter ausserhalb produziert. Allerdings war ich heute noch einmal da, im Tageslicht, was den Eindruck ein wenig verbessert hat, einfach durch die Magie die der Ort fuer viele Leute noch hat, es herrscht Jahrmarktstimmung, Menschen in Kostuemen laufen herum und lassen sich fotografieren, irgendwie putzig. Viel beeindruckter war ich da schon von Beverly Hills: DER Reichenvorort der Welt, und wahrscheinlich Hauptabsatzmarkt fuer deutsche Autohersteller, denn fast jedes Haus hat mindest einen Mercedes, BMW oder Porsche vor der Tuer zu stehen, manchmal zwei oder mehr. Das kein Haus zum naechsten passt ist dadurch egal, dass alle an sich schon ziemlich protzig und beeindruckend sind.

Dinosaurierwasserspeier in Santa Monica

Campus der UCLA

Tempel der Mormonen... Gespenstisch, wa?

Selbst Lassie hat nen Stern

Chinese Theatre

Und Darth Vader ist doch Afroamerikaner!

Sind verdammt klein die Buchstaben

Allee in Beverly Hills


Standardhaus mit Standardauto in Beverly Hills
Der dritte grosse Stadtteil, den ich erkundet habe, ist die Innenstadt (Downtown). Nach einer normalen 2h-Busfahrt reitet man zwischen Hochhaeusern und zerfallenen Industriebauten ein. Muss eigentlich garnicht viel erzaehlen, lade einfach Bilder hoch. Die Kontraste sind echt stark, aber ist sehr interessant (wenn auch sehr dreckig). Die Innenstadt ist sehr viel weniger wichtig als zum Beispiel in New York, zum Beispiel ist mir aufgefallen dass ich noch in keinem Film die Skyline von LA gesehen habe, einfach weil sie nicht so wichtig fuer das Stadtgefuehl ist. Darum war ich auch ueberrascht dass die Stadt komplett von teilweise fast 2000m hohen Bergen umgeben ist, die wahrscheinlich sehr schoen zu erkunden waeren, wenn man mehr Zeit haette.





Walt Disney Music Centre und Philharmonie

Kathedrale

Rathaus

Historische Innenstadt



Alles in allem hat mich Los Angeles sehr ueberrascht. Es aehnelt sehr stark Sydney, mit dem Strand, den reichen Vororten, dem hohen Lebensstandard. Allerdings hat LA etwas was Sydney nicht hat, und was mein Herz am meisten gewonnen hat: Es ist gnadenlos multikulturell. Ich hab mich auf einer der Busfahrten mit einer Afroamerikanerin unterhalten, und irgendwann ging uns auf dass ich der einzige Weisse im vollgestopften Bus war. Ausserdem ist die Stadt im Grunde zweisprachig, saemtliche Werbungen und Strassenschilder sind inzwischen in Spanisch, einfach aufgrund der Naehen zu Mexico und der Masse an Migranten. Dies fuehrt zum Einen zwar zu sehr starken sozialen Problemen, hilft aber den weissen Amerikanern mal zu bemerken, dass sie nicht mehr alleine sind. Ansonsten sind einige Dinge genau so wie man sie sich vorstellt (Fast Food ueberall, Flaggen an jedem Haus, und ich habe heute nach verzweifelter Suche meinen ersten Kleinwagen entdeckt!), aber alles in allem haben die USA mich sehr sympathisch empfangen!

Liebe Gruesse nach daheim! Morgen gehts nach Las Vegas!

Freitag, 1. Juli 2011

Fiji

Bula everybody,


Willkommen zu meinen Eintrag ueber Fiji. Wenn man den Werbefachleuten der Insel glauben darf dem Paradies auf Erden, mit traumhaften Straenden auf winzigen Inseln in unwirklich schoener Suedseeidylle und mehr Abenteuer und Entspannung als man ueberhaupt aufnehmen kann. Wenn man mir glauben darf, untertreiben diese Leute. Ich hatte nur anderthalb Tage auf Fiji, als Zwischenstopp in Richtung USA, aber das hat gereicht um mich ueber beide Ohren in die Inselgruppe zu verlieben. Man kommt an, wird von freundlichen Polynesiern mit Gitarre und Ukulele mit einem herzlichen Bula (Hallo) willkommen geheissen, dann gings zum Hotel am Strand, Sonnenuntergang bei Cocktail mit Schirmchen in Haengematte, pures Urlaubsgefuehl. Danach wieder Ukulelenmusik und die traditionelle Kava-Zeremonie (Kava ist das oertliche Betaeubungsmittel, irgendeine zerstossene Wurzel als Tee zubereitet, schmeckt nicht nach viel, beruhigt aber ungemein und man schlaeft hinterher wie ein Baby. Am naechsten Tag dann auf Bootstour durch die Suedseeinselwelt, vorbei an Bounty Island (wo die Meuterer der Bounty ihren Kapitaen zurueck gelassen haben) und jeder Menge der 333 Inseln (teilweise nur ein runder Strand mit Palmen und einem Hotel drauf) zu der Insel, auf der Tom Hanks Cast Away gedreht hat (keine Ahnung wie die heisst). Dort geankert, geschnorchelt mit Haien, Moraenen, Tintenfischen und was man sonst noch so findet, eine Kokosnuss geknackt, am Strand gelegen, und nach Einwurf leckeren Essens ab zur naechsten Insel. Dort ein Dorf besucht, dass vom Verkauf von Krimskrams an Touristen lebt, mehr am Strand gelegen, mehr auf das kristallklare Wasser gestarrt, Muscheln gesammelt, Krebse geaergert... Die Moeglichkeiten Fijis wenn es um die Beschaeftigung von Touristen geht sind umfangreich, mit etwas mehr Zeit haette man auch ins benachbarte Tonga gekonnt um mit Walen zu schwimmen, man kann die 2000m hohen Berge der Hauptinsel erklimmen, mit Mantarochen tauchen, jeder nur erdenklichen Art von Wassersport nachgehen... Und begleitet wird man von den extrem lieben Fijianern, die irgendwie alle die Gitarre und Ukulele spielen und darauf trainiert sind ein moeglichst perfektes Bild der Urbevoelkerung zu malen. Und auch wenn man haeufig merkt, dass das Bild verzerrt ist, fuehlt es sich nie falsch an. Fiji ist fuer mich ein Paradies, und ich habe auf jeden Fall vor zurueck zu kommen und hier weitaus mehr Zeit zu verbringen.

Fiji von oben

Sonnenuntergang am ersten Abend... mit Hund


Mit Schirmchen!

Die einheimische Abendunterhaltung


Bounty Island (wo die Meuterer der Bounty ihren Kapitaen zurueck gelassen haben)



Die Insel auf der Cast Away gedreht wurde