Sonntag, 24. Oktober 2010

Cairns nach Airlie Beach

Hallo daheim,

hab mich lange nicht gemeldet, wird mal wieder Zeit fuer ein Update! Hab einige Bilder vom Tauchen hinzugefuegt (siehe unten), es werden noch ganz viele folgen, der Computer hier liest leider keine CDs, und meine Tauchbilder sind auf einer CD. Darum bisher nur ein kleiner Vorgeschmack.

Tauchen ist einfach fantastisch! Hab mir da definitiv ein neues Hobby entdeckt. Nach dem letzten Eintrag war ich mit meiner sehr sympathischen Tauchgruppe im Riff, unsere Anfaengertauchgaenge machen. Es kostet erstmal ein wenig Ueberwindung, unter Wasser zu atmen, aber dann ist es einfach herrlich. Das Licht, die Fische, Stroemung, Korallen... Man schwebt wirklich durch eine andere Welt. Die ersten beiden Tage waren so toll, dass ich direkt noch einen dritten Tag hintendran gehangen habe, mit Spezialtauchgaengen, so dass ich jetzt nicht nur zertifizierter Taucher bin, sondern sogar Adventure Diver, was nur noch 2 Spezialtauchgaengen vom fortgeschrittenen Taucher weg ist (das ganze System ist ein bisschen kompliziert, aber je hoeher man aufsteigt, desto mehr kann man alleine machen etc.). Einer der Spezialtauchgaenge war Tieftauchen, sind bis auf 25m Tiefe vorgedrungen, man merkt garnicht wie tief man kommt, und ploetzlich bemerkt man, wie viel Wassermasse einen da eigentlich drueckt. Es ist auf jeden Fall eine der coolsten Erfahrungen die ich bisher gemacht habe, verstaerkt durch die Schoenheit des Riffs (1500 verschiedene Fische!). Aber auch meine Tauchkameraden waren aehnlich begeistert, haben auch danach fuer zwei Tage ueber nichts anderes reden koennen. Werd versuchen an moeglichst vielen Stellen in Australien zu tauchen, wenn ich genug Tauchgaenge habe kann ich mich zum "Divemaster" (recht hochtrabend, ich weiss) ausbilden lassen, damit darf ich dann auf der ganzen Welt auf Booten arbeiten und Leute durchs Wasser fuehren. Vielleicht komm ich sogar als Tauchlehrer wieder, wenn sich eine Moeglichkeit bietet. Wenn mir Surfen allerdings auch solchen Spass macht, muss ich wahrscheinlich noch ein Jahr dranhaengen.

Nach dem Tauchen bin ich dann noch einen Tag zum Erholen in Cairns geblieben, und dann ging das naechste Abenteuer los: per Anhalter die Ostkueste runter. Durch die endlosen Weiten dieses Kontinents sind Bus- und Zugfahrten zwischen den Orten recht teuer, also dachte ich mir ich versuch es auf die billigsten Art und Weise. Problem Nummer Eins: Als ich los wollte goss es aus Eimern. Problem Nummer Zwei: Menschen denken leider nicht in Wahrscheinlichkeiten und haben kein intuitives Verstaendnis fuer Risiken. Es sterben relativ gesehen mehr Leute auf den ersten 20km einer Autofahrt als durch Flugzeugabstuerze, trotzdem hat jeder Angst vor Flugzeugen. Es sterben bei Weitem mehr Menschen durch Wespen als durch Haie, trotzdem hat jeder Angst vor Haien. Diese Dinge wirken einfach gefaehrlicher, und wir nehmen sie deshalb so wahr. Aehnlich verhaelt es sich mit dem Trampen: In Australien sind in den letzen 20 Jahren zweimal mehrere Anhalter von irgendwelchen irren Massenmoerdern getoetet worden, das Ganze war in den Medien, und jetzt hat jeder Angst. Angst davor per Anhalter zu fahren oder Leute mitzunehmen. Das die Gefahr, in einem Bus zu verungluecken, viel hoeher ist, interessiert irgendwie keinen. Das macht es natuerlich schwer, mitgenommen zu werden, so dass ich (um auf Problem 1 zurueck zu kommen) mehrere Stunden im Regen stand, bevor mich endlich wer mitgenommen hat (keine Angst, Regen bei 32 Grad ist nicht schlimm). Dann ging es allerdings recht schnell, und was fuer Leute man trifft! Zuerst einen recht bekifften Alkoholverkaeufer, dessen Englisch ich nicht gewachsen war (australischer Outback-Slang), dann zwei deutsche Maedels und ein voellig besoffener Schwede, die mich ein ganzes Stueck mitgenommen haben und ueberreden konnten, in dem kleinen Nest in dem sie arbeiten im Hostel zu bleiben (sie haben Schweinebraten gemacht, wie koennte ich da widerstehen?). Am naechsten Morgen gings dann frueh weiter: Als Erstes ein Truckfahrer, dem ich beim Abladen von gefrorenem Fleisch helfen und seine Existenzprobleme anhoeren musste, danach eine recht betrunkene Alte, schliesslich noch eine witzige neuseelaendisch-slowenische Familie (echt wahr), und schon war ich in Airlie Beach, 650km in zwei Tagen, umsonst und draussen. Werd defintiv auch den Rest der Ostkueste so reisen, ist nie langweilig und ich kann einfach an Orten stoppen, die die Leute im Bus nie erreichen werden.

Jetzt bin ich in Airlie Beach, Tor zu den Whitsundays, einer der schoensten Inselgruppen der Welt. Und endlich scheint die Sonne! Und das Wasser ist azurblau! Und wie immer besteht die Stadt eigentlich nur aus Bars, Reiseagenturen, Booten und Jugendherbergen. Stoert einen aber nicht, sobald man erstmal am Wasser steht. Um den horenden Preisen zu entgehen, die Fahrten ins Paradies normalerweise kosten, wollte ich bei einer der Bootsfirmen anfragen, ob sie noch Matrosen suchen: Arbeit gegen Mitfahrgelegenheit und/oder Tauchen ist hier ein beliebtes Konzept, bei dem beide Parteien profitieren. Und siehe da, der erste Firmenchef den ich gefragt habe hat auch gleich Verwendung fuer mich, allerdings irgendwie anders als geplant: hab heute den ganzen Tag in seinem Garten geschufftet, Pool gereinigt, Pflastersteine verlegt, Loecher gebuddelt, Baeume gepflanzt... Morgen geht's weiter. Zwei Tage Arbeit ermoeglichen mir dafuer eine 500$-Tour auf einem Luxus-Katamaran, und wenn ich noch einen dritten Tag einlege, bekomm ich sogar noch drei Tauchgaenge umsonst (sonst 150$). Der Tageslohn ist also nicht von schlechten Eltern. Und macht auch Spass, der Typ ist echt nett und ich lerne Gaertnern. Werd wahrscheinlich die ganze Kueste runter solche Dinge machen, ist die einzige Chance, billig zu tauchen. Werd also die naechste Woche in Airlie Beach verbringen, arbeiten und dann auf dem Boot, wird sicher grossartig.

Anbei sind die ersten Fotos aus dem Riff! Werd bald noch mehr machen und hochladen, damit ihr alle vor Neid erblasset!
Alles Gute!
Alex

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