Hallo alle,
ich weiss nicht, wann ich mal wieder zum Fotos hochladen und schreiben kommen werde, weil wir uns heute endlich zu unserem Regenwald begeben. Werd also noch schnell Kampala, die Hauptstadt Ugandas, beschreiben, und euch ein paar Bilder zeigen.
Nach einem recht anstrengenden und sehr verspaeteten Flug von Istanbul kam wir letzte Woche endlich in Kampala an, muede aber recht gluecklich. Bevor wir allerdings die Stadt erkunden konnten, mussten wir zunaechst alle unsere Forschungserlaubnisse einsammeln. Da kam es uns sehr zugute, dass das Hostel, in dem wir abgestiegen sind, sowas wie ein Anlaufhafen fuer Forscher zu sein scheint: Bereits beim Fruehstueck des ersten Morgens trafen wir zwei Affen-Forscher, die ich bereits kannte, die auch zur Regierung wollten um ihre Erlaubnisse zu bekommen. Also zu viert aufgebrochen, auf dem wahrscheinlich schoensten Verkehrsmittel auf dem ich bisher unterwegs war: dem Boda-Boda. Boda-Bodas sind kleine Motorraeder, die hinten gut gepolstert sind und genug fuer zwei Mitfahrende haben. In dem recht chaotischen Strassenverkehr Kampalas ist man dadurch sehr im Vorteil, und an jeder Ecke warten Fahrer darauf, einen zu jedem gewuenschten Ort fahren zu duerfen. Also geht es zu dritt auf einem Motorrad durch die Stadt. Kampala ist, im Vergleich zu Staedten die ich in Indien gesehen habe, verdammt aufgeraeumt, sehr ordentlich und vor allem sehr weitgestreckt: Es fuehlt sich nie erdrueckend oder voll an, und der Muell, allgegenwaertig in Indien, fehlt auch. Das liegt vor allem am rasanten Wachstum der Stadt, sie ist die einzige groessere Stadt in einem Land mit unfassbar hohem Bevoelkerungswachstum. Blech- und Lehmhuetten wechseln sich ab mit kleineren und groesseren Haeusern und Slums, dazwischen Felder mit Bananen- und Mangobaeumen, alles verteilt ueber dutzende Huegel, vor dem Hintergrund des Victoriasees. Und das recht moderne Stadtzentrum bietet alles, was eine moderne Hauptstadt braucht. All diese Kontraste wirken aber irgendwie zusammen, auch wenn man oft das Gefuehl hat innerhalb von 50m die Stadt gewechselt zu haben. Die Fahrten auf dem Boda-Boda sind dementsprechend sehr ereignisreich und schoen.
Da wir ein paar Tage hier verbringen mussten, um unsere ganzen Erlaubnisse zu bekommen, hatten wir genug Zeit, Kampala und seine Einwohner kennen zu lernen, und grade Letztere sind einfach grossartig. Offensichtlich, das Land ist arm und hat massive Probleme, aber die Freundlichkeit mit der uns die meisten Menschen hier begegnen ist umwerfend: Nicht die anstrengende Neugier der Inder oder aggressive Aufdringlichkeit einiger Verkaeufer in Jamaica, sondern sehr entspannt, sehr hoeflich und nett, viele Witze und viel Lachen. Selbst in Gegenden in die ich mich in anderen Laendern nicht gerne begeben wuerde begegnen uns viele Menschen sehr freundlich. Die Stadt zu erkunden war dementsprechend schoen, auch wenn es keinerlei grosse Sehenswuerdigkeiten gibt, haben wir doch einige sehr schoene Ecken entdeckt. Ach ja, das Essen ist grossartig, unser Mango-Konsum grenzt schon an Sucht, und sie verstehen, aus ihren Ressourcen das Beste zu machen!
Die grosse Attraktion in diesem Teil des Landes ist natuerlich der Victoriasee: So gross wie Irland, ist er der Mittelpunkt Ostafrikas, und verdammt beeindruckend (Leider kann man nicht drin schwimmen, Parasiten und so). Einen Abend sind wir einfach am Ufer lang gewandert, Fruechte auf dem Markt gekauft, mit den Einheimischen geschekert, ein sehr heiteres Erlebnis. Sonntag waren wir dann in Jinja, an der Stelle, wo der Nil aus dem Victoriasee fliesst und seine Reise richtung Mittelmeer antritt. Mit einem Boot ging es ueber die Quelle des Nils (ein Damm staut den Fluss so weit hoch dass die Quelle selber, und die Wasserfaelle die frueher den Beginn des Nils markierten, verschwunden sind). Es ist beeindruckend wie weit und stark der Fluss bereits an dieser Stelle ist, 6500km von deiner Muendung entfernt. Die Ufer des Sees und Flusses strotzen mit diversen Vogelarten. Wenn wir von unserer Forschungsstation wieder kommen, werden wir hierher zurueck kehren, um auf dem Nil zu raften. Freu mich schon.
Ansonsten haben wir recht viel Zeit einfach nur damit verbracht, uns an die Waerme zu gewoehnen und die Sonne zu geniessen. Sehr notwendig. Ich fuehl mich hier sehr wohl: Es gibt dieses Sprichwort, dass man Afrika entweder liebt oder hasst, und ich tendieren wirklich zu der "lieben"-Seite. Uganda gilt auch als bester Einstieg, aufgrund der beschriebenen Freundlichkeit und Organisation. Ich vergleiche es immer mit Indien, was wahrscheinlich unfair ist, weil die beiden ausser den Briten als Kolonialmacht nicht viel gemein haben. Aber irgendwie ist es hier noch sehr viel schoener als ich erwartet haette. Heute geht's dann endlich in den Wald, dann kann ich endlich auch mehr ueber die natuerliche Schoenheit des Landes berichten!
Alles Liebe,
Euer Alex
ich weiss nicht, wann ich mal wieder zum Fotos hochladen und schreiben kommen werde, weil wir uns heute endlich zu unserem Regenwald begeben. Werd also noch schnell Kampala, die Hauptstadt Ugandas, beschreiben, und euch ein paar Bilder zeigen.
Nach einem recht anstrengenden und sehr verspaeteten Flug von Istanbul kam wir letzte Woche endlich in Kampala an, muede aber recht gluecklich. Bevor wir allerdings die Stadt erkunden konnten, mussten wir zunaechst alle unsere Forschungserlaubnisse einsammeln. Da kam es uns sehr zugute, dass das Hostel, in dem wir abgestiegen sind, sowas wie ein Anlaufhafen fuer Forscher zu sein scheint: Bereits beim Fruehstueck des ersten Morgens trafen wir zwei Affen-Forscher, die ich bereits kannte, die auch zur Regierung wollten um ihre Erlaubnisse zu bekommen. Also zu viert aufgebrochen, auf dem wahrscheinlich schoensten Verkehrsmittel auf dem ich bisher unterwegs war: dem Boda-Boda. Boda-Bodas sind kleine Motorraeder, die hinten gut gepolstert sind und genug fuer zwei Mitfahrende haben. In dem recht chaotischen Strassenverkehr Kampalas ist man dadurch sehr im Vorteil, und an jeder Ecke warten Fahrer darauf, einen zu jedem gewuenschten Ort fahren zu duerfen. Also geht es zu dritt auf einem Motorrad durch die Stadt. Kampala ist, im Vergleich zu Staedten die ich in Indien gesehen habe, verdammt aufgeraeumt, sehr ordentlich und vor allem sehr weitgestreckt: Es fuehlt sich nie erdrueckend oder voll an, und der Muell, allgegenwaertig in Indien, fehlt auch. Das liegt vor allem am rasanten Wachstum der Stadt, sie ist die einzige groessere Stadt in einem Land mit unfassbar hohem Bevoelkerungswachstum. Blech- und Lehmhuetten wechseln sich ab mit kleineren und groesseren Haeusern und Slums, dazwischen Felder mit Bananen- und Mangobaeumen, alles verteilt ueber dutzende Huegel, vor dem Hintergrund des Victoriasees. Und das recht moderne Stadtzentrum bietet alles, was eine moderne Hauptstadt braucht. All diese Kontraste wirken aber irgendwie zusammen, auch wenn man oft das Gefuehl hat innerhalb von 50m die Stadt gewechselt zu haben. Die Fahrten auf dem Boda-Boda sind dementsprechend sehr ereignisreich und schoen.
Da wir ein paar Tage hier verbringen mussten, um unsere ganzen Erlaubnisse zu bekommen, hatten wir genug Zeit, Kampala und seine Einwohner kennen zu lernen, und grade Letztere sind einfach grossartig. Offensichtlich, das Land ist arm und hat massive Probleme, aber die Freundlichkeit mit der uns die meisten Menschen hier begegnen ist umwerfend: Nicht die anstrengende Neugier der Inder oder aggressive Aufdringlichkeit einiger Verkaeufer in Jamaica, sondern sehr entspannt, sehr hoeflich und nett, viele Witze und viel Lachen. Selbst in Gegenden in die ich mich in anderen Laendern nicht gerne begeben wuerde begegnen uns viele Menschen sehr freundlich. Die Stadt zu erkunden war dementsprechend schoen, auch wenn es keinerlei grosse Sehenswuerdigkeiten gibt, haben wir doch einige sehr schoene Ecken entdeckt. Ach ja, das Essen ist grossartig, unser Mango-Konsum grenzt schon an Sucht, und sie verstehen, aus ihren Ressourcen das Beste zu machen!
Die grosse Attraktion in diesem Teil des Landes ist natuerlich der Victoriasee: So gross wie Irland, ist er der Mittelpunkt Ostafrikas, und verdammt beeindruckend (Leider kann man nicht drin schwimmen, Parasiten und so). Einen Abend sind wir einfach am Ufer lang gewandert, Fruechte auf dem Markt gekauft, mit den Einheimischen geschekert, ein sehr heiteres Erlebnis. Sonntag waren wir dann in Jinja, an der Stelle, wo der Nil aus dem Victoriasee fliesst und seine Reise richtung Mittelmeer antritt. Mit einem Boot ging es ueber die Quelle des Nils (ein Damm staut den Fluss so weit hoch dass die Quelle selber, und die Wasserfaelle die frueher den Beginn des Nils markierten, verschwunden sind). Es ist beeindruckend wie weit und stark der Fluss bereits an dieser Stelle ist, 6500km von deiner Muendung entfernt. Die Ufer des Sees und Flusses strotzen mit diversen Vogelarten. Wenn wir von unserer Forschungsstation wieder kommen, werden wir hierher zurueck kehren, um auf dem Nil zu raften. Freu mich schon.
Ansonsten haben wir recht viel Zeit einfach nur damit verbracht, uns an die Waerme zu gewoehnen und die Sonne zu geniessen. Sehr notwendig. Ich fuehl mich hier sehr wohl: Es gibt dieses Sprichwort, dass man Afrika entweder liebt oder hasst, und ich tendieren wirklich zu der "lieben"-Seite. Uganda gilt auch als bester Einstieg, aufgrund der beschriebenen Freundlichkeit und Organisation. Ich vergleiche es immer mit Indien, was wahrscheinlich unfair ist, weil die beiden ausser den Briten als Kolonialmacht nicht viel gemein haben. Aber irgendwie ist es hier noch sehr viel schoener als ich erwartet haette. Heute geht's dann endlich in den Wald, dann kann ich endlich auch mehr ueber die natuerliche Schoenheit des Landes berichten!
Alles Liebe,
Euer Alex
| Hauptstrasse von Kampala |
| Markt |
| Kampala von oben |
| Eingang zum Parlament (leider geschlossen) |
| Unabhaengigkeitsmonument |
| Spielende Gruene Meerkatzen |
| Our Hostel |
| Ufer des Victoriasees |
| Gemuesehaendlerin |
| Lea mit den Kinder |
| Huehner |
| Moschee von Kampala |
| Kinder |
| Auf dem Weg zur Quelle des Nils |
| Plantagen |
| Quelle des Nil |
| Fischmarkt |
| Kormorane |
| Kormorane sind ueberall gleich |
| Taxibahnhof |