Donnerstag, 31. März 2011

Roadtrip von Adelaide nach Perth

Willkommen zurueck!

Ich habe es endlich geschafft dem Regen zu entkommen! 35 Grad, Sonne und Strand: Westaustralien ist endlich das, was ich mir im Vorfeld erhofft hatte. Fast 80% der Einwohner des Bundeslandes leben in der Hauptstadt Perth, obwohl es der groesste Teil Australiens ist. Auch der unbewohnbarste und vergleichsweise wildeste und verlassenste. Aber heute erzaehl ich lieber davon wie ich hier hergekommen bin! Wir erinnern uns, Alex war in Adelaide und suchte Mitreisende uebers Internet. Die Suche war erfolgreich, und los ging die Tour mit 9 Leuten in 3 Autos, 3500km... Aber warum erzaehlen, wenn ich Bilder habe? Also...

Die Gruppe (von links nach rechts): Simon (Italien) und seine Freundin Lucy (Taiwan), Chris (England), Anastasija (Russland/Deutschland), Caro-Line (Franzoesisch-Kanada), Anabel (Sachsen), Ian (Kanada), Chloe (Frankreich)
Ein riesiger Kakadu...

Der Grossteil des Trips ging durch das Nullarbor (lat. 'kein Baum'). Die Namensgebung war gut gewaehlt, das Nullarbor ist flach wie ein Teller, voll mit kleinen Bueschen und Gras, und das fuer 1000km oder so. Verdammt langweilig.

Unsere Karawane

Da sind schon wieder Baeume zu sehen, wir sind also fast durch das Nullarbor durch und auf der laengsten Geraden Australiens: 145km ohne eine Kurve, Biegung oder irgendwas anderes, anderthalb Stunden geradeaus fahren.

Ein Salzsee

Die Strecke durch das Nullarbor hat zwei Tage Fahrt gekostet, recht anstrengend, aber durch die nette Gesellschaft war es gut machbar. Und man konnte sich mal beim Fahren abwechseln.

Pause vom Fahren...

Mit Simon und Lucy... Wir haben alle staendig Autos gewechselt, um mal andere Musik und andere Mitfahrer zu haben.

was passiert wenn man ein Huhn mit einem Kakadu kreuzt?


Anscheinend ist das Nullarbor voll mit Tieren... haben keine gesehen. Aber ein Schild war auch schon mal eine Veraenderung in der Landschaft.

Pause: Melonenschale in einen Reifen werfen. Was soll man auch sonst machen?

Fruehstueck im Wald: Man kann im Grunde ueberall wild campen. Wir hatten zwei Zelte und zwei Autos in denen Leute schlafen konnten, so dass es nicht eng wurde


Sonnenuntergang im Niemandsland

Genug Proviant war natuerlich dabei. Alle 150km kommt mal eine Tankstelle, an denen man normalerweise auch Vorraete kaufen kann, aber wir waren vorbereitet



Abendbrot


Morgenstimmung am Meer... Nachdem wir das Nullarbor hinter uns gebracht hatten, ging es hinab zur Suedkueste von Westaustralien... sehr viel unberuehrter als der Osten


Strand bei Esperance, einer kleinen Stadt im Sueden und laut Umfragen der schoenste Strand Australiens. Das Wasser ist unfassbar klar, man kann zu den vorgelagerten Inseln schwimmen, der Sand ist traumhaft weich... absolutes Highlight

Wie die Orgelpfeifen


Wellen gab's auch! Hab leider mein Surfboard zurueckgelassen

Sprung von einer der Felseninseln

Aus irgendeinem sehr witzigen Zufall haben wir in einem kleinen Ort Australier getroffen, die unser Kanadier vor einigen Jahren beim Snowboarden in Kanada kennen gelernt hat, und konnten bei denen wohnen (nur in Australien haben die Leute spontan genug Platz fuer 9 Leute) und einen entspannten Tag am Strand einfuegen

Kennt ihr das, man wacht auf und ist begraben und hat nen BH an?

Wikinger
Auch an der Suedkueste: das Tal der Giganten, mit riesigen Baeumen und dem hoechsten Baumkronenweg der Welt, 40m hoch

Die Baeume sind wirklich gross, plus alle sind an der Wurzel hohl, so dass man in einigen sogar Autos parken kann (oder Frauen)

Ein typisches Dorf in Westaustralien: 8 Einwohner, Millionen von Kaenguruhs

So, hoffe das gibt einen kleinen Einblick in meine letzte Woche, war wirklich ein riesiger Spass und dafuer dass wir uns alle nicht kannten war die Truppe famos, so dass die 7 Tage wie im Flug vergangen sind. Jetzt gehts an die Erkundung von Perth, wovon ich dann beim naechsten Mal berichte!

Lasst's euch gut gehen!
 

Samstag, 19. März 2011

Adelaide

Hallo!

Es regnet mal wieder. Ich hab mir versichern lassen, dass es fuer 10 Wochen nur minimal geregnet hat... bevor ich ankam. Bin jetzt in Adelaide, der Hauptstadt von Suedaustralien, bekannt vor allem fuer sein Essen und den Wein der in Massen in den umliegenden Taelern produziert wird. Adelaide ist ganz niedlich, recht vertraeumt und vor allem sehr entspannt. Noch staerker als in anderen australischen Staedten merkt man, dass die Stadt auf dem Reissbrett entstanden ist. Wo sonst findet man eine voellig rechtwinklige Innenstadt, die komplett mit Parks vom Rest der Stadt getrennt ist? Oder einen Golfplatz im Stadtzentrum? Aber es liegt am mehr und ist von suessen Hueglein umgeben, wodurch das Ganze weniger steril wirkt.

Viel interessanter ist wie ich nach Adelaide gekommen bin: Wir erinnern uns, ich war in Alice Springs, in der Mitte des Outbacks, und da ich nicht willig war auch nur eine Sekunde laenger als noetig im gruenen Zentrum zu verbringen, gings in einer Tour durchs halbe Land, 1500km an einem Tag. War im Endeffekt weniger anstrengend als befuerchtet, hatte mir uebers Internet zwei Leute als Verstaerkung gesucht, und los gings. 15 Stunden durchs Nichts. In Adelaide angelangt dann erstmal zwei Tage des Nichtstuns, Leute kennen lernen, die Stadt erkunden (auf dem Fahrrad... a) weil man sich die hier umsonst leihen kann, b) die gesamte Stadt ist mit Fahrradwegen uebersaeht ist und c) treff ich immer nur Hollaender und die akzeptieren kein anderes Fortbewegungsmittel als vollwertig)), und gestern hab ich mir dann das Umland angeschaut, es ist wirklich sehr huebsch, alles voll mit Weinhuegeln, Olivenplantagen, und ich war auch endlich mal wieder im Meer, auch wenn es zunehmend kaelter wird.

Jetzt bin ich gerade gross am Organisieren, der naechste Trip ist nach Perth an der Westkueste, und der laesst an Dimension das Bisherige erblassen: 2700km auf geradem Wege, und wie immer in Australien durch unglaublich weite Strecken von Grassland und Halbwueste. Das laengste voellig gerade Stueck Strasse auf der Strecke ist 150km lang. Wird also wieder eine maechtige Tortur, hab mir diesmal noch mehr Leute gesucht um's angenehmer zu gestalten: bisher sind wir 9 Leute mit 3 Autos. Aber man darf gespannt sein. Naechstes Mal wenn ich mich melde bin ich also im Westen! Dann gibt's auch mal wieder Fotos!

Liebe Gruesse
euer Alex

Sonntag, 13. März 2011

Laaanger Eintrag

Hallo alle zusammen!

Ich habe ewig nicht richtig geschrieben, und werde jetzt alles in einen Eintrag packen, ich hoffe ihr habt ein wenig Zeit mitgebracht. Gibt dafuer auch richtig viele schoene Fotos!

Hab gerade geschaut, mein letzter Eintrag endet in Newcastle, also ist jetzt Sydney dran. Sydney ist einfach unglaublich schoen. Ich kam von Norden, so dass der erste Eindruck erstmal durch die reicheren Vororte an der Kueste gepraegt wird, die sich in die Huegel am Pazifik quetschen und man schonmal das Gefuehl bekommt, dass die Stadt durchaus lebenswert ist (was fuer ein Unterschied zu den etwas eintoenigen Vororten in Brisbane). Also erstmal raus, an den Strand, ein wenig das Wasser und die Wellen geniessen, und dann einen moeglichst guten ersten Blick auf die Stadt erhalten:

Vorort Manly

Erster Blick ueber den Hafen und die Stadt

Bruecke und Oper bei Sonnenuntergang sind verdammt beliebt fuer Hochzeitsfotos

Am naechsten Tag gings dann in die Stadt selber. Viele Australier moegen Sydney nicht, es sei zu hektisch, zu vollgebaut, zu gross, aber fuer mich als Wahlberliner war es natuerlich perfekt. Sydney steht im staendigen Streit mit Melbourne um den Titel schoenste Stadt des Landes: waehrend Sydney das Finanzzentrum ist und mit Hochhaeusern und viel Stahl und Glas protzt, ist Melbourne eher kulturell orientiert, mit vielen Theatern und europaeischem Touch. Ich mag beide! Sydney hat es durch starke Einmischung der Bewohner geschafft nicht ganz in Hochhaeusern zu versinken, sondern sich auch viele ruhigere Bezirke mitten im Stadtzentrum zu bewahren, und da es auch die aelteste Stadt des Landes ist gibt es viel zu sehen. Dazu kommen natuerlich der Hafen mit Oper und Bruecke, die einfach wahnsinnig schoen zusammenspielen:

Der Hafen mit Opernhaus
Fahren ueber die Sydney Harbour Bridge
Sydney Tower
Blick aus dem Botanischen Garten
Gallerie
Kathedrale
Bondi Beach, Sydneys beliebtester Strand
Rathaus
Uni
Stadtansicht von der Harbour Bridge
Und wie alle australischen Staedte ist es noch schoener bei Nacht!






In Sydney stiessen dann mein Vater und seine Frau zu mir, und los ging dann die Tour durchs gesamte Land. Nach Sydney ging es dann in die Blue Mountains, das Naherholungsgebiet der Stadt. Blau sind die Berge weil der dort wachsende Eukalyptus blauen Dunst abgibt, sodass die Luft blaeulich schimmert:






Am naechsten Tag ging es dann weiter nach Canberra, Regierungssitz und offizielle Hauptstadt Australiens, gegruendet weil sich Sydney und Melbourne nicht einigen konnten. Sonst ist auch nicht viel los, ist aber eine schoene ruhige Stadt in netter Umgebung, wird leider von zu vielen einfach links liegen gelassen:





Und weiter ging's, diesmal in die Snowy Mountains zu Mount Kosciuszko, Australiens hoechstem Berg, benannt nach einem polnischen Freiheitskaempfer, dessen Grab angeblich so aussieht wie der Berg (der Landvermesser war Pole). Ganz nebenbei befindet sich hier auch eines der sehr wenigen Skigebiete Australiens:


Die Baeume sind alle grau weils hier oefter mal brennt
Viele Steine
Verdammt kahl hier oben
hoeher als der ganze Kontinent!


Nach Durchquerung der Berge hatten wir die Suedkueste erreicht, an der wir uns dann entlangschlaengelten bis zu Australiens suedlichstem Punkt auf dem Festland, dem Wilsons Promotory Nationalpark, mit unglaublich schoenen Aussichten:



Schwarzes Wallabie


Und auf nach Melbourne, dieses Jahr offiziell zweitlebenswerteste Stadt der Welt (nach Vancouver). Sooo schoen, wirklich entspannt, gruen, modern, mit viel Kultur und Sachen zu sehen. Hatten leider nur einen Tag hier:


Die Tram wird von den Australiern immer als Zeichen dafuer gesehen, dass Melbourne voll europaeisch ist
Rathaus
Parlament von Victoria


Die naechsten beiden Tage ging es entlang Australiens beruehmtester Touristenstrasse: der Great Ocean Road, die sich suedlich von Melbourne an der Kueste langzieht und mit spektakulaeren Sandsteinformationen protzt:



Die Zwoelf Apostel

Hab ich schonmal erwaehnt dass Australier riesige Statuen von Dingen toll finden?


Danach ging es nach Adelaide, Hauptstadt von Suedaustralien, welches hier allerdings mal auslasse weil ich dort nochmal laenger sein werde und es verdammt viel geregnet hat. Von dort ging dann die grosse Tour los, 1500km durch das Outback zum Ayers Rock. In unserer Naivitaet haben wir uns auf Wueste oder wenigstens Halbwueste eingestellt, nur um festzustellen, dass die massiven Regenfaelle dieses Jahres die Halbwueste innerhalb von Wochen in ein bluehendes Grasland verwandelt haben, so dass wir 1500km vorbei an endloser Steppe gefahren sind, mit Uebernachtung in Coobers Pedy, der groessten Opalmine der Welt und einem der einzigen Orte der Welt der so lebensfeindlich ist dass sich die Bewohner unter die Erde zurueckgezogen haben und in den Minenstollen leben. Auch beliebter Drehort fuer Endzeitfilme. Von dort dann durchs Grasland zum Ayers Rock, dem beruehmtesten Stein der Welt. Und zu Recht! Was fuer ein Anblick, voellig surreal und scheinbar zweidimensional erhebt er sich in der Wueste, erst von Dichtem sieht man das Netz von Rillen und Loechern die ihn durchziehen. Und wirklich, wenn die Sonne auf- oder untergeht wechselt er die Farbe! Nicht weit entfernt stehen die nicht weniger eindrucksvollen Olgas, die nur darum weniger beruehmt sind weil es mehr als ein Gipfel ist.



Das Outback: Unfassbar gross
Nicht alle schaffen es...
Ausgetrockneter Salzsee
Untergrundhotel
Untergrundkirche in Coobers Pedy
Opalabbau
Sonnenuntergang in der Wueste
Nach 1000km Fahrt, immernoch alles gruen
Aha, das echte Outback!
Ayers Rock / Uluru
Von Dichtem
Er ist wirklich stark ausgewaschen
Bei Sonnenaufgang
Die Olgas / Kata Tjuta
Mitten im Outback...
 
Im Anschluss fuhren wir nach Alice Springs, der Hauptstadt des Outbacks (genauso trostlos wie alles andere hier), wo ich mich wieder von meinem Vater und Christiane getrennt hab und seitdem im Regen ertrinke, da es nun fuer 2 Tage ununterbrochen plattert. Morgen geht es dann zurueck durch die “Wueste” nach Adelaide, hab mir ein paar Mitfahrer organisiert, sollte also nicht so schlimm werden. Hauptsache der Regen hoert irgendwann auf! 

Bis dann!